Kies – die Rolling Stones vom Rhein – Führung am 23. Juli

Führung mit Besichtigung eines Kieswerks

Vor 45 Mio Jahren begann mit einem Flüsslein vom Kaiserstuhl die Geschichte des Rheins durch den Oberrheingraben zur Nordsee. Da geschah es vor 1,5 Mio Jahren, dass sich der Schweizer Aare auf ihrem Weg durch Burgund heftige Geröllberge in den Weg legten. Sie schwappte in den Rheingraben. 1 Mio Jahre später gesellten sich die zwei Arme des Alpenrheins aus der Ostschweiz dazu - zum heutigen Rhein. Seine mächtigen Fluten schleppten Steinbrocken mit, rollten sie übereinander, zerkleinerten, zerrieben sie und formten sie zu dem, was wir heute als Kies hier vorfinden.

Erst im 20. Jahrhundert gewann Kies als Rohstoff bei uns seine Bedeutung. Mit Kieskratzen und Schleppkörben wurde er zunächst oberflächennah abgebaut. Mit dem Bau von Autobahnen und Westwall kam es in Deutschland zu einem ersten Kiesboom: 120 Mio t Kies wurde pro Jahr gefördert und in der Wiederaufbauphase nach dem Krieg wurde Beton, und, damit Kies zu einem allgemein genutzten Rohstoff mit bis zu 500 Mio t Förderung im Jahr 1972.

Dass Kiesabbau nicht ganz unproblematisch ist, soll nicht unerwähnt bleiben, seien es offene Wasserflächen oder Verbrauch von Ackerland. Dem steht die Entstehung von Sekundärbiotopen gegenüber, sowohl für die Vegetation, die Freizeitnutzung in der seenarmen Oberrheinebene aber auch neue Steilufer für Eisvogel und Uferschwalben.

Nach der detaillierten Einführung durch Bernhard Sefrin lauschten die über 50 Besucher ebenso gespannt den Ausführungen von Martin Pfadt vom in fünfter Generation betriebenen Kieswerk „PfalzKies“. Den Weg über die Sandabscheidung, Reinigung und Sortentrennung konnten die Besucher dann ganz direkt miterleben, unter Förderbändern hindurch, am großen Trichter oder an den Wasch- und Sortiersieben hoch droben auf den stabilen Gerüsten.

Aus den Erläuterungen über Gutachten, Qualitätssicherung, Ansprüchen der Abnehmer und Genehmigungen wurde jedem klar, dass Kies fördern weitaus mehr ist, als nur im Boden zu graben, sondern dass solides unternehmerisches Denken und hohe technische Kompetenz dazu gehören, ein Kieswerk erfolgreich zu führen.

Den Herren Martin, Volker und Maximilian Pfadt dankten nach knapp zwei Stunden alle mit kräftigem Applaus für ihr Engagement und die Bereitschaft, uns hinter die Kulissen schauen zu lassen. Bernhard Sefrin versprach, sich auch im kommenden Jahr wieder um eine Neuauflage der Führung zu kümmern. Herzlichen Dank!